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Umdefiniert wurde auch die Kontextmenütaste auf der Tastatur. Auf dem Windows-Desktop gibt es keinen Unterschied zwischen einem Kontextklick auf der Maus (meist die rechte Maustaste) und einem Kontextklick mit der Tastatur. In Metro gibt es da eine Unterscheidung. In Apps funktioniert diese gar nicht. Konsequenterweise fehlt auch der Touchscreen-Kontextklick nicht: lange gedrückt halten mit dem Finger. Im Metro-Startmenü werden mit der Kontexttaste andere Kommandos freigegeben: So lassen sich dann etwa die Live Tiles abschalten. Per Rechtsklick bekommt der Nutzer die Option, sich alle Anwendungen anzeigen zu lassen.Die Tastaturkommandos wirken insgesamt sehr undurchdacht. Wir hatten den Eindruck, dass hier zwei unterschiedliche Teams an den Tastaturkommandos arbeiten und voneinander nichts wissen. Hoffentlich beseitigt Microsoft die Probleme noch.

Wie auch schon bei früheren Windows-Versionen findet sich auch in Windows 8 allerhand Altes wieder, da Microsoft nicht das ganze System von Grund auf neu designt. Verschiedene Bedienungsprinzipien kollidieren hier also. Da Microsoft mit Metro einen extremen Bruch mit der alten Bedienphilosophie macht, fällt das umso mehr auf und der Anwender muss umso mehr darauf achten, seinen Geist für die Neuerungen zu öffnen. Wer grundsätzlich mehrere Betriebssysteme nutzt, hat es einfacher. Wer hingegen zu den Nutzern gehört, denen Windows XP wegen der Bonbonoptik schon zu bunt und verspielt war und die am liebsten noch Windows 2000 einsetzen würden, wird an Windows 8 wenig Gefallen finden. Solitaire wurde überarbeitet und ist besser für Touchscreens geeignet. Solitaire wurde überarbeitet und ist besser für Touchscreens geeignet. An einigen Stellen bemerken wir sehr deutlich, dass sich Microsoft dem Zeitgeist angepasst hat. Das System ist an vielen wichtigen Stellen nun touchscreentauglich. Ob nun das Herunterfahren eines Rechners, die WLAN-Konfiguration oder die virtuelle Tastatur: Solche Bereiche sind mit Fingern endlich gut benutzbar, dank der Ribbon-Oberfläche sogar bei Anwendungen wie dem Explorer. Doch Windows wäre nicht Windows, wenn nicht genug altes Zeug vorhanden wäre. Gerade auf dem Desktop gibt es immer noch Anwendungen mit Bedienelementen, die pixelgenau getroffen werden müssen. So etwas wie Trefferzonen, die größer als das Element sind, sind auf dem Desktop nicht zu bemerken. Da unser Testgerät einen Digitizer hat, stört das kaum. Wer Präzision braucht, greift dann zum Stift. Für die Finger ist das aber sehr schwer.

Hier zeigt sich deutlich, dass die Arbeiten nicht abgeschlossen sind und vermutlich nie abgeschlossen werden. Schon für Windows 7 hätte Microsoft Trefferzonen und eine intelligente Erkennung von Fingern einführen müssen. Möglicherweise geht das mit alten Anwendungen einfach nicht.Aber dafür ist jetzt Metro da: Da macht das Wischen mit dem Finger richtig Spaß. Allerdings stellten wir fest, dass der Touchscreen von Wacom nicht an Touchscreens von Tablets wie dem iPad herankommt. Zudem kann unser Wacom-Digitizer mit Touchscreen nur zwei Finger erkennen. Mitunter reagierte das Panel nicht auf Eingaben, wenn diese zu schnell erfolgten. Auch der kapazitive Touchscreen des Samsung Series 7 Slate fühlt sich oft hakelig an. Dies ist ebenfalls ein Wacom-Digitizer mit Touchscreen. Der Stift des HP funktioniert beispielsweise an Samsungs Slate.

Ebenfalls gut gefällt uns die Handhabung drahtloser Verbindungen. In der Tray Notification Area, oftmals fälschlicherweise Systray genannt, findet sich weiterhin ein Netzwerk-Icon. Dieses öffnet aber eine touchscreenfreundliche Seitenleiste und die hat einige Vorteile. Auffallend ist der Flugzeugmodus - der arbeitet aber nicht ohne Probleme, was später näher betrachtet wird. Verglichen mit dem Windows Mobility Center, das es immer noch gibt, ist die Abschaltung von Funkmodulen dort zugänglich, wo sie sein sollte: bei den drahtlosen Einstellungen. Allerdings sind gerade erweiterte Einstellungen durch die Metro-Konfiguration nun weniger leicht zugänglich. Ein Rechtsklick auf eine Verbindung führt nicht mehr zu Details wie IP-Adresse oder Netzwerkgeschwindigkeit.

Außerdem gibt es nun direkt einsehbar eine Anzeige des genutzten Datenvolumens, wenn der Nutzer per Mobilfunkmodem online ist - sehr praktisch bei teuren Tarifen oder Tarifen mit Bandbreitendrosselung. Aber auch hier ist alles auf einfach getrimmt. Der Nutzer sieht nicht, mit welcher Mobilfunktechnik er gerade online ist oder welche IP-Adresse er hat. Das gibt es nur in den erweiterten Netzwerkeinstellungen, die nicht über die Metro-Dialoge direkt per Rechtsklick erreichbar sind. Unterwegs wäre eine Anzeige in Dezibel auch praktisch. Die Balken geben kaum Hinweise darauf, warum eine Verbindung gerade nicht funktioniert. Dass die Akkulaufzeit in den letzten Jahren gestiegen ist, hat Microsoft immer noch nicht bemerkt. Schon als Windows 7 erschien, war die prozentuale Betrachtung der Akkukapazität nicht mehr zeitgemäß. Eine 10-Prozent-Akkuwarnung kann durchaus eine Akkulaufzeit von mehr als einer Stunde bedeuten. Wer zwei Akkus gleichzeitig nutzt, versteht das System ohnehin nicht.Je mehr Wattstunden ein Akku hat und je sparsamer das System ist, desto sinnloser ist die Designentscheidung, den Nutzer bei Prozentwerten zu warnen. Mac OS X macht das besser, da wird der Nutzer beispielsweise bei einer Restzeit von 10 Minuten gewarnt, unabhängig von der Prozentanzeige.

Sehr überraschend ist der Umbau des Tablet-PC-Input-Panels. Das alte gibt es nur noch in Form des Mathematik-Panels. Aber die wenigsten Tablet-PC-Nutzer werden mathematische Formeln aufschreiben. Ansonsten wird das Tablet-PC-Input-Panel durch eine neue virtuelle Tastatur mit Handschrifterkennung abgelöst.Für Microsoft ist Lokalisierung schon immer recht wichtig gewesen. Dementsprechend gibt es in der virtuellen Tastatur von Microsoft auch Umlaute. Ä, ö und ü sind direkt als Tasten verfügbar. In der Tabletwelt ist das etwas Besonderes. Unter iOS und Android muss in der Regel der entsprechende Buchstabe erst einmal gedrückt werden. Zudem lässt sich die neue Tastatur unten andocken, ohne Bildschirminhalte zu verdecken. Sie werden nach oben versetzt, was im Tabletbetrieb sehr wichtig ist. Ganz ohne Nachteil gegenüber dem alten Tablet-PC-Input-Panel ist es aber nicht. Das ß fehlt zum Beispiel auf der virtuellen Tastatur. Zudem wird dem Anwender kein Symbol neben Textfeldern mehr eingeblendet, um die Tastatur anzuzeigen.

Internationale Benutzung sieht Microsoft weiterhin nicht vor. Es ist zumindest in der Consumer Preview nicht möglich, einfach nebenbei die Betriebssystemsprache zu wechseln - Android und Mac OS X können das. Wer zweisprachig arbeitet, muss unter Windows 7 Sprachpakete installieren, was etwas hakelig ist und Lizenzkosten verursachen kann. Wir gehen davon aus, dass Microsoft auch mit Windows 8 so verfahren wird.Eine Handballenerkennung, wichtig für das Vermeiden des sogenannten Vectorings bei Digitizern, konnten wir nicht erkennen. Wer mit dem Handballen den Touchscreen berührt, bevor der Digitizer den Stift erkennt, schreibt dann auch mit dem Handballen ganz kurz, und der Anwender muss das Geschriebene selbst löschen.Übrigens hat Microsoft das Kartenspiel Solitaire überarbeitet. In der Windows-Welt gibt es recht viele Freunde dieses Spiels, die die Neuerungen sicherlich begrüßen werden. Sie sind allerdings eher kosmetischer Natur.

Mit Windows 8 verschwindet das Startmenü in seiner ursprünglichen Form. Das löste bei uns etwas Rätselraten aus, denn wie jetzt Anwendungen gestartet werden, die nicht in den Metro-Kacheln positioniert werden, ist überhaupt nicht ersichtlich. Hier muss Microsoft genau dasselbe tun wie seinerzeit Apple: über kurze Werbespots erst einmal dem breiten Publikum das neue Metro-Interface erklären.Apple hat damals gut verstanden, dass Werbung auch Inhalte vermitteln kann. Heute weiß jeder, was mit Aufspreizen und Zusammenkneifen auf einem Touchscreen passiert. Vor dem iPhone und der massiven Werbung war das im breiten Publikum überhaupt nicht bekannt. Unter Windows 8 ist das Auffinden und Starten von Anwendungen eigentlich nicht schwer. Der Nutzer muss nur drauf kommen, dass er einfach lostippen muss. Tippt er auf der Metro-Oberfläche ein W ein, erscheint beispielsweise in unserem Fall gleich Microsoft Word. Alternativ kann über die Wischgeste am rechten Rand mit den Charms der Suchdialog geöffnet werden, der alle Apps und auch alte Anwendungen beinhaltet.

Windows+F funktioniert genauso, ist aber vor allem für die Dateisuche etwas angenehmer, da dann die Suche von Dateien voreingestellt ist. Mit einer Mausbewegung lässt sich schnell zwischen anderen Suchtypen wie Fotos, Maps oder dem Shop wechseln. Die Suche arbeitet sehr schnell und präzise. Einzig Windows-Live-Mail-E-Mails störten ein bisschen. Wir hatten das Programm nicht eingerichtet, dennoch waren bereits Werbemails im System vorhanden.Die Suche ist deutlich besser geworden im Vergleich zu Windows 7, wo sich alles im kleinen Startmenü abspielte und nur auf Wunsch eine große Ansicht angezeigt wurde. Dennoch: Die Umgewöhnung ist anstrengend. Und die neue Suche hat einen sehr großen Nachteil.Das Suchen von Anwendungen ist schön einfach - bis der Anwender zu viel installiert hat. Dann wird die Situation sehr unübersichtlich. Im neuen Startmenü sind nämlich erst einmal die Metro-Apps aufgelistet. Das bedeutet: ein Symbol je Anwendung. Doch das Startmenü funktioniert seit jeher anders und muss nun dort auch abgebildet werden.

Aber wie sieht ein klassisches Programm im alten Startmenü aus? In der Regel gibt es einen Ordner, in dem die Verknüpfung zum Programm ist - das Wichtigste also - und die meisten Programmierer legen noch allerhand Extras dazu. Irfanview, ein von uns sehr geschätztes und schnelles Bildverarbeitungsprogramm, legt ganze neun Einträge im Startmenü ab. Da gibt es Links zur Hilfe, den Plugins und der Deinstallation. Da Windows 8 nicht weiß, welche der Verknüpfungen auf das eigentliche Programm zeigen, werden alle in der Metro-Übersicht angezeigt. Hier sollten also die Anwendungsentwickler nacharbeiten, denn eigentlich benötigt niemand einen Ordner mit neun Einträgen für eine App wie Irfanview, von denen fast immer nur einer genutzt wird: der für die Anwendung selbst.Wer viele Programme installiert hat - vor allem bei Desktopnutzern wird das der Fall sein -, steht derzeit vor einer riesigen Wand voller Anwendungslinks und findet den sprichwörtlichen Wald vor lauter Bäumen nicht. Auf unserem recht schlanken Testsystem sind es immerhin fünf Bildschirmseiten voller Anwendungen. Mit einer Kneifgeste lässt sich in eine Ordneransicht wechseln. Aber auch das muss der Nutzer erst einmal herausfinden. Irgendwelche Hinweise für die zusätzlichen Möglichkeiten fehlen. Das ändert sich hoffentlich noch bis zur fertigen Version.

Damit haben Windows-8-Nutzer ein ähnliches Problem wie Nutzer von Windows-Phone: Zu viele Anwendungen machen das System einfach unübersichtlich.Dass sich Windows-Programmierer schnell anpassen werden und beispielsweise Verknüpfungen zu Deinstallationen im Startmenü unterlassen, halten wir für eher unwahrscheinlich. Viele Windows-Programmierer reagieren sehr langsam und manche Startmenüeinträge erinnern an alte Windows-9x-Zeiten.Die Consumer Preview ist eine Betaversion, wird aber offiziell so nicht genannt. Das verleitet noch mehr dazu, die sogenannte Vorschau mal eben zu installieren. Wir würden dazu aber nur raten, wenn einige Windows-Erfahrung vorhanden ist, vor allem beim Konfigurieren der Geräte. Einige Probleme lassen sich eher intuitiv lösen als nach Schema F.

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