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Herausgekommen sind das Pixel mit 5 Zoll großem Display und das Pixel XL, das einen 5,5 Zoll großen Bildschirm hat. Überrascht hat Google bei der Vorstellung mit dem Preis der Geräte - das kleine Modell kostet 760 Euro und 870 Euro, die XL-Variante 900 Euro beziehungsweise 1.010 Euro. Dafür bekommt der Nutzer Geräte mit Hardware im Oberklassebereich, die zudem aktuell noch exklusiv den Google Assistant installiert haben. So teuer waren Smartphones von Google bisher jedoch noch nie. Ob das gerechtfertigt ist, hat sich Golem.de bei einem Pixel XL angeschaut; am Ende des Tests bleiben Zweifel daran, ob Googles neue Strategie erfolgreich sein wird.Das Pixel XL fällt beim Auspacken sofort aufgrund der relativ großen Glasfläche auf der Rückseite auf. Bereits das Nexus 6P hatte einen Glasstreifen im oberen Bereich, wo die Kamera sitzt; beim Pixel XL hingegen nimmt der Glasbereich das gesamte obere Drittel der Rückseite ein und reicht von der Kamera bis unterhalb des kreisförmigen Fingerabdrucksensors.

Bei unserem dunkelgrauen Modell ist der Glasbereich ebenfalls grau. Derartige Designkapriolen sind immer Geschmackssache, uns gefällt die Glasfläche nicht. Obgleich die Übergänge zum Metallgehäuse sehr gut verarbeitet sind, empfinden wir das Glas als eher unangenehme Unterbrechung der matten Metallrückseite des Smartphones - unangenehm sowohl für das Auge als auch von der Haptik. Positiv ist, dass die Kamera nicht aus dem Gehäuse ragt.Die Rückseite des Pixel XL ist an den Rändern angenehm abgerundet, an der Oberseite gibt es eine deutlichere Fräsung. Das Smartphone liegt mit 7,8 mm Dicke angenehm in der Hand, wirkt aber am Rand etwas massiver als etwa ein Oneplus Three. Unten auf der Rückseite ist ein dunkelgrauer Kunststoffstreifen für die Antenne eingelassen, vom oberen sieht der Nutzer aufgrund des Glaseinsatzes nicht viel.

Für die Daily-Briefing-Funktion gibt es im Einstellungsmenü des Assistenten einen extra Unterpunkt, der nicht auftaucht, wenn der Helfer auf Deutsch eingestellt ist. Hier können Nutzer einstellen, welche Informationen sie bekommen wollen und mit welchen Radionachrichten das Briefing beendet werden soll. Gut auf Deutsch funktionieren Anfragen zu aktuellen Nachrichtenthemen. Dazu genügt es, das Kommando "Nachrichten" gefolgt vom gewünschten Schlagwort einzugeben. Die aktuellen Schlagzeilen verschiedener Internetseiten werden dann mit Bildern angezeigt.Insgesamt macht die englischsprachige Version des Google Assistant dank zahlreicher Funktionen einen ausgereifteren Eindruck. Auf Englisch versteht der Assistent schlicht mehr, zudem kann er auf mehr Informationen wie etwa die Fotos zugreifen. Vom Helfer, mit dem man sich unterhalten kann, ist aber auch diese Version noch etwas entfernt.

Für uns etwas überraschend ist der Umstand, dass der in Googles Messenger Allo integrierte Assistent besser funktioniert als der des Pixel XL. Tippen wir hier im Chat mit dem Assistenten-Bot beispielsweise den Satz "I want to eat pizza" ein, bekommen wir entsprechende Vorschläge verschiedener Pizzerien. Der vorinstallierte Assistant versteht diese Formulierung nicht. Auch kann der Allo-Assistant E-Mails auf Nachfrage anzeigen - der Sprachassistent des Pixel XL hingegen nicht. Obwohl der Google Assistent auf dem Pixel XL bereits eine Menge kann, kommt uns besonders die deutsche Version noch sehr unfertig vor. Verglichen mit dem Allo-Assistant, der nur auf Text, nicht aber auf Spracheingaben reagiert, scheint es, als ob Google bei beiden Sprachversionen zum Start der Pixel-Smartphones schlicht nicht fertig geworden ist - anders können wir uns nicht erklären, warum der Assistent unter Allo inhaltlich mehr kann als auf dem Pixel XL.

Grundsätzlich fragen wir uns, ob sich der Google Assistant überhaupt auf einem Smartphone durchsetzen wird. Siri und die bisherige Google-Now-Spracheingabe scheitern im Alltag häufiger daran, dass Nutzer schlicht nicht in der Öffentlichkeit mit ihrem Smartphone sprechen wollen. Einfache Suchanfragen oder der Versand von Nachrichten können beim neuen Google Assistant zwar auch eingetippt werden, dann kann der Nutzer aber auch gleich den direkten Weg über den Browser und Whatsapp gehen.Der Google Assistant kann mehr als Siri und sein Vorgänger und soll dank Deep Learning im Laufe der Zeit intelligenter werden. Wir können uns den Helfer aber eher auf einem Gerät vorstellen, das zu Hause steht - wie es Google mit Home plant - und nicht auf einem Smartphone, mit dem man nicht unbedingt auf der Straße sprechen möchte. Praktisch stellen wir uns den Assistenten hingegen im Auto vor - wenn es jedoch um die reine Routenplanung per Spracheingabe geht, ist diese auch ohne den Assistenten problemlos möglich.

Der Mehrwert, den der Google Assistant gegenüber anderen Android-Smartphones bringt, ist für uns nicht allzu hoch. Wer unbedingt den Google Assistant benutzen möchte, kann dies auf jedem beliebigen Android-Smartphone tun, indem er Allo installiert. Hier funktioniert der Bot sowohl über die Eingabe per Text als auch per Spracheingabe - aktuell allerdings nur auf Englisch, die deutsche Version soll aber noch folgen. Der Google Assistant auf dem Pixel XL überzeugt uns aktuell noch nicht, das Smartphone zu kaufen.Im Inneren des Pixel XL arbeitet Qualcomms Snapdragon-821-Prozessor mit vier Kernen und einer maximalen Taktrate von 2,15 GHz. Der Arbeitsspeicher ist 4 GByte groß, damit lässt sich das Smartphone flüssig bedienen. Auch rechenintensive Apps laufen ohne Probleme auf dem Gerät. Die Benchmark-Tests spiegeln dies wider: Im Geräte-Benchmark Geekbench 3 erreicht das Pixel XL einen Single-Wert von 2.263 Punkten, im Geekbench 4 sind es 1.544 Zähler. Das entspricht dem Leistungsstand anderer Smartphones mit vergleichbarem Prozessor und liegt am oberen Rand des aktuellen Leistungsspektrums bei Android-Smartphones.

In Futuremarks 3DMark schafft das Pixel XL 27.991 Punkte, was noch einmal über 1.000 Zähler mehr als beim Galaxy Note 7 sind, jedoch 700 Punkte weniger, als es das Axon 7 von ZTE schafft. Im Grafik-Benchmark GFX Bench schafft das Google-Smartphone im Manhattan-Test einen Offscreen-Wert von 47 fps - das ist vergleichbar mit dem Oneplus Three und 7 fps mehr als beim Galaxy Note 7. Im anspruchsvolleren Car-Chase-Test schafft das Pixel XL offscreen 19 fps - einen fps mehr als das Oneplus Three und 4 fps mehr als das Galaxy Note 7.Der eingebaute Flashspeicher ist wahlweise nur 32 GByte oder 128 GByte groß, einen Steckplatz für Micro-SD-Karten gibt es nicht. Das ist besonders bei der 32-GByte-Version ärgerlich, trotz unbegrenzter Speichermöglichkeit für Fotos und selbst aufgenommene Videos. Wer sich das kleine Modell des Pixel XL kauft und etwa eine umfangreiche Musiksammlung auf das Gerät kopieren möchte, dürfte schnell Platzprobleme bekommen.

Das Pixel XL unterstützt LTE und WLAN nach 802.11ac mit Mimo. Bluetooth läuft in der Version 4.2, ein GPS-Empfänger mit Glonass-Unterstützung und ein NFC-Chip sind eingebaut. Der USB-C-Anschluss am unteren Rand unterstützt USB 3.0.Der nicht ohne weiteres wechselbare Akku hat eine Nennladung von 3.450 mAh. Einen 1080p-Film können wir damit elf Stunden lang anschauen - ein sehr guter Wert. Bei alltäglicher Nutzung mit Surfen, Youtube, dem Abrufen von E-Mails und Chatten kommen wir mit dem Pixel XL problemlos auf eine Laufzeit von anderthalb Tagen.Das Pixel XL kostet in der 32-GByte-Version 900 Euro, mit 128 GByte Speicher 1.010 Euro. Damit verlangt Google für sein neues Smartphone die gleichen Preise wie Apple für die 32- und 128-GByte-Version des iPhone 7 Plus. Das ebenbürtige Galaxy S7 Edge mit 32 GByte Speicher kostet bei Samsung direkt 800 Euro, im Onlinehandel ist das Gerät bereits für unter 600 Euro zu bekommen - also für 300 Euro weniger.

Das Pixel XL ist ein sehr gut verarbeitetes, leistungsfähiges Smartphone mit einem tollen Display, einer guten Kamera und flüssig laufendem Betriebssystem. Es erscheint direkt mit der neuen Android-Version 7.1 und Googles neuem Sprachassistenten.Der Google Assistant hat uns im Test von den Grundzügen her gut gefallen, auch wenn er eigenartigerweise noch nicht so viel kann wie sein textbasiertes Allo-Pendant. Auch bleibt die deutschsprachige Version von den Funktionen her hinter der englischen zurück. Ein Kaufgrund ist er für uns nicht.Am Ende fehlt uns beim Pixel XL das entscheidende Argument, das den hohen Preis rechtfertigt. Sicher, die Kamera ist gut - aber nicht um Welten besser als die des Nexus 6P oder des Samsung Galaxy S7. Auch das Display ist sehr gut, jedoch gibt es auch hier günstigere Konkurrenzgeräte mit guten Bildschirmen - etwa wieder das Galaxy S7. 900 Euro für ein 5,5-Zoll-Gerät mit 32 GByte Speicher, ohne Speicherkartensteckplatz und "nur" Hardware im Topbereich ohne besonderes Extra halten wir schlicht für den Konsumenten nicht vernünftig erklärbar.